Freitag, 9. Mai 2014

Experimente mit dem Dörrautomaten


Mein Verhältnis zu Dörrobst hielt sich lange Zeit in Grenzen. Die Produkte aus dem Supermarkt treffen meistens nicht meinen Geschmack - zu süß, zu hart und manchmal auch mit Schwefel konserviert ... bis auf einige Ausnahmen. Auf einem Weihnachtsmarktbesuch im letzten Jahr, entdeckte ich einen Stand mit gedörrtem Obst- und Gemüse. Egal was ich probierte - es war eine wahre Geschmackssensation. Die Sultaninen noch goldig gelb, knusprige Apfelchips und köstlich-aromatische Kohlrabi- und Rote Beete-Chips ... um nur einige wenige zu nennen. Die Inhaber verfügen leider über keinen Onlineshop - so kam in mir der Wunsch auf, selbst zu dörren.


Die Firma Keimling aus Buxtehude hat mir freundlicherweise ein Dörrgerät zu Verfügung gestellt. Das Unternehmen mit gleichnamigen Onlineshop ist auf dem Gebiet der Naturkost, insbesondere der Rohkost Spezialist.
Mit dem Sedona Dörrgerät durfte ich also erste Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln.

Als absoluter Laie habe ich im Vorfeld im Netz nach Informationen zu Dörrzeiten und entsprechenden Temperaturen gesucht. Ebenfalls kam irgendwann die Frage auf: wie dick bzw. dünn müssen z.B. die Äpfel geschnitten werden um daraus Apfelchips machen zu können?
Zu den speziellen Fragen habe wenig bzw. unvollständige Angaben gefunden, deshalb möchte ich heute ein wenig näher auf diese Punkte eingehen. Vielleicht kann ich so auch jemandem weiterhelfen, der sich für das Dörren interessiert. 


Besonders spannend war für mich am Anfang das Thema Rohkost in Verbindung mit einem Dörrgerät. Ohne jetzt genau ins Detail gehen zu wollen: Rohkost kann vegetarischen Ursprungs sein, jedoch auch tierische Produkte enthalten - im besten Fall aber Ersteres. Wichtig ist die fehlende Hitzebehandlung (in der Praxis bedeutet das bis max. 45 Grad behandelt worden zu sein - auch hier variieren die Angaben im Netz).
Unter diesem Aspekt habe ich versucht, das von mir verwendete Obst und Gemüse zu verarbeiten. Vorweg: Theorie und Praxis passten in meinem Fall nicht immer. 
Die von mir getrockneten Sultaninen verweilten ca. 80 Stunden bei 40 Grad im Dörrautomaten (jede einzelne habe ich vorher mit einer Nadel mehrmals angestochen - was die Dörrzeit verringern soll). Das Ergebnis waren nicht die goldig-gelben Trockenfrüchte, die nicht nur süß sondern auch fruchtig schmecken, sondern sehr süße und eben dunkelbraune Exemplare (wie ich sie bisher eigentlich auch nur kannte).
Auch konnte ich mich nicht gegen den Gedanken an den permanent laufenden Stromzähler wehren (80 Stunden Dauerbetrieb bei 550 Watt).


Zum Thema Obst- und Gemüsechips: 8 Stunden bei einer Temperatur von 42 Grad reichen i.R. vollkommen aus. Für ein tatsächlich knuspriges Ergebnis ist jedoch nicht die Dicke der Scheiben oder die Zeit verantwortlich (ich habe beide Variablen ausprobiert) - sondern leider die Temperatur. Die gewünschte Chipsqualität habe ich nur mit dem anschließenden Einsatz des Backofens erreicht (3-4 min. bei 150 Grad bei einer Scheibendicke von 3-5 mm). Rohkost adé ....


Mein persönliches Highlight ist das Fruchtleder. Das ist konzentrierter Fruchtbrei der als dünne Schicht getrocknet wird. Das ist unglaublich lecker und fruchtig - Gummibärchen können da nicht mithalten. 


Hierfür habe ich 300 g Erdbeeren, 1 Banane und ca. 2 Eßl. Agavendicksaft genommen. Alles zusammen mit ca. 100 ml Wasser etwas einkochen lassen und anschließend püriert. Der Fruchtbrei wird auf eine spezielle Folie gestrichen und ca. 7 Stunden bei 45 Grad getrocknet. 


Fruchtleder wird es hier sicherlich noch in sämtlichen Fruchtvariationen öfter geben. Dafür bedarf es nicht unbedingt eines Dörrautomaten, das geht auch prima im Backofen bei 50 Grad und leicht geöffneter Tür. 


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei der Firma Keimling bedanken! Auch wenn ich für diesen Beitrag mit einem Leihgerät unterstützt wurde, habe ich hier meine ganz persönliche Meinung und Erfahrung festgehalten.


Kommentare:

mme ulma hat gesagt…

wow, dieses fruchtleder – alleine der name schon! – sieht herrlich aus. eine zeitlang habe ich auch mit dem dörren herumexperimentiert, aber irgendwie bin ich zu ungeduldig dafür. deine tipps verwahre ich trotzdem gut in meinem kopf, weil die lust ja schon wieder aufkäme ...

allesistgut hat gesagt…

Hmmm, das Fruchtleder lacht mich auch extremst an. Wie bekommst du die pürierte Masse so dünn ausgerollt?
Liebe Grüße. :)

Die Raumfee hat gesagt…

Mir erscheint der Aufwand heftig im vergleich mit dem Output. 80 Stunden? Ich glaube, da bleibe ich lieber beim klassischen Dörrobst und gönne mir ab und zu ein paar Apfelchips aus dem Bioladen. Danke für deinen Erfahrungsbericht. Letztes Jahr habe ich ja Quittenfruchtgummi im Backofen gemacht und fand das auch sehr einfach, wenn man nicht den Anspruch hat, es sehr dick zu machen. So dünn ausgestrichen wie deine Mischung aus Erdbeere udn Banane sollte es eigentlich in ein paar Stunden fertig sein,. Das werde ich dieses Jahr sicherlich probieren und etwas Quittenleder produzieren - aufgerollt sieht das ja wirklich toll aus.

Herzlich, Katja

Stefanie hat gesagt…

Seit Weihnachten steht bei uns ein Dörrautomat und vor unserem Umzug haben wir ihn schon getestet. Gedörrte Mangos sind mein Favorit. Mit der Dicke haben wir auch ein bischen experimentiert. Das fand ich nicht so einfach. Inspirierend ist folgendes Buch "extra dry" von Sabine Hans. Die Bilder gefallen dir sicher auch gut, viele schöne Nahaufnahmen :-)
Die Fruchtmusidee werde ich mir merken und sicher ausprobieren. Danke dafür!
Liebe Grüße
STefanie

Buntpapierfabrik hat gesagt…

Leckere Bilder:-)
Gruß
Christine

Geschwister Gezwitscher hat gesagt…

Sieht das lecker aus. Super als Snack für das Süßmonster. Und wunderschön fotografiert liebe Stefanie, vor allem das Erdbeerleder-Röllchen.
Hab ein tolles Wochenende, liebste Grüße, Eva

Schnirkellos hat gesagt…

Mmmh, das Fruchtleder sieht richtig lecker aus! Das werde ich ausprobieren. Danke dafür!
LG Constance

Mandy hat gesagt…

Bisher habe ich im Ofen gedört, wohl eher getrocknet. Das es Dörrautoamten gibt wußte ich bis dato noch nicht. Es hört sich auf alle Fälle sehr interessant an. Das Fruchtlede wäre wohl mein Favorit.
Liebe Grüße
Mandy

Sterndal hat gesagt…

Oh da sieht fein aus!
Frischen Apfel kann ich leider nicht esse, deshalb greife ich regelmaessig auf getrocknete Fruechte zurueck.
Danke fuer die schoenen Bilder.
Lg, Brigitte

vonKarin hat gesagt…

Danke für den schönen Bericht! Ich liebe Dörrobst auch und arbeite seit Jahren mit einem Dörrer der Firma Rommelsbacher. Da gelingen auch knusprige Apfelchips und das Fruchtleder kann direkt in den Dörretagen gemacht werden, ohne extra Folie. LG vonKarin vonKarin.blog.de

Susi Büntchen hat gesagt…

Hallo Steffi,

beide Leckereien hab ich auch schon ausprobiert, di Apfelschips hab ich im Backofen getrocknet, da ich keinen Dörrautomaten besitze... und die 80 Std. Dörrzeit würden mich ehrlich gesagt auch abschrecken. Nicht sehr umweltfreundlich!
Meine Äpfel hab ich gehobelt und ganz kurz in wenig heißem Zuckerwasser gewendet. Das sorgt später für die Knusprigkeit. Dann bei 120°C im Backofen etwa gut 1 Std. getrocknet. Nach dem Abkühlen sind sie wunderbar knackig!

Die Zubereitung vom Apfelleder kannst du hier nachlesen, da hab ich mein Rezept eingestellt: http://www.lebensmittelfotos.com/2012/08/24/apfelleder/
Ich erspar dir den langen Kommentar hier auf deinem Blog ;-)

Erdbeerleder muss ich doch glatt mal testen, ich liebe Erdbeeren!
Danke für den Anstoß!

Hab einen schönen Sonntag,
liebste Grüße
Susi

PS: Tolle Fotos wieder mal!

hansensgasse hat gesagt…

Lecker lecker - aber wirklich sehr aufwändig und die Stromkosten hätte ich auch ständig im Hinterkopf. Und dann will der Automat ja auch irgendwo untergebracht werden... also doch lieber Trockenobst kaufen. Ich liebe Apfelringe - ich bestelle immer die von Daisy von Arnim aus Haus Lichtenhain, die sind super lecker.
Herzliche Grüße
Alexandra

Elke v. hat gesagt…

Ich nutze die Hitze des Karmins! Ich stelle 2 Backbleche mit Apfelscheiben vor die Ofentüre und nach einem Tag etwas sind sie gut....und leider zuuuuuu schnell wieder aufgefuttert!

Elke von Glücksfilz

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Quelle: www.juraforum.de